Impulsgeber IGIB – Bundesweit einmalige Arbeitsgemeinschaft wird fünf

Die Kassenärztliche Vereinigung Brandenburg (KVBB), die AOK Nordost und die BARMER GEK Berlin-Brandenburg haben Grund zum Feiern: Ihre Arbeitsgemeinschaft „Innovative Gesundheitsversorgung in Brandenburg“ (IGiB) wird fünf. Innovative Lösungsansätze, nachhaltige Versorgungskonzepte auch über die Sektorengrenzen hinweg, Ideen jenseits der ausgetretenen Wege – dafür steht die IGiB. Als die KVBB und die damalige AOK Brandenburg die Kooperation im Herbst 2009 aus der Taufe hoben, betraten sie damit absolutes Neuland, war es doch die bundesweit erste Arbeitsgemeinschaft einer Kassenärztlichen Vereinigung und einer Krankenkasse. 2010 trat die BARMER GEK Berlin-Brandenburg der IGiB bei. Das gemeinsame Ziel der drei Partner: insbesondere in den ländlichen Regionen Brandenburgs neue Strukturen der medizinischen Versorgung zu entwickeln und zu etablieren, um auch in strukturschwachen Regionen zukünftig die Menschen gut medizinisch-ambulant versorgen zu können.

Eine IGiB-Erfolgsgeschichte ist die Fallmanagerin agneszwei. Mittlerweile sind 90 dieser speziell qualifizierten Fachkräfte in der Mark unterwegs. Im Gegensatz zu ihrer Vorgängerin, der Gemeindeschwester AGnES, übernimmt die agneszwei  nicht nur ärztlich delegierbare Tätigkeiten wie Blutabnahme und Blutdruckmessen; sie kümmert sich vor allem um das Fallmanagement für besonders betreuungsintensive, chronisch kranke und ältere Patienten. Dabei stimmt sie sich eng  mit dem behandelnden Arzt ab. Sie kann sowohl für Haus- oder Fachärzte als auch arztübergreifend, beispielsweise in Medizinischen Versorgungszentren, oder für Ärztenetze tätig werden.

„Gerade weil die agneszwei sich als hochqualifizierte Fallmanagerin ganzheitlich um oftmals multimorbide Patienten kümmert und unsere Ärzte zusätzlich durch klassisch-delegierbare Aufgaben entlastet, wird sie in den Praxen so gut angenommen“, betont Dr. Hans-Joachim Helming, Vorstandsvorsitzender der KVBB.

„Um den Herausforderungen in der medizinischen Versorgung in Brandenburg wirklich gerecht zu werden, bedurfte es einer agneszwei, die eben nicht den strengen Grenzen und Einschränkungen ihrer Vorgängerin unterliegt“, ergänzt Frank Michalak, Vorstandsvorsitzender der AOK Nordost. Das hat nun auch die Landespolitik erkannt, die sich in ihrem Koalitionsvertrag dazu bekennt, „… dass für alle Patientinnen und Patienten agneszwei Standard im Land wird.“

Für Claudia Korf, Landesgeschäftsführerin der BARMER GEK Berlin-Brandenburg, ist agneszwei auch auf Bundesebene ein Vorzeigeprojekt: „Wenn Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe ankündigt, dass er mit dem Innovationsfonds neue Wege in der Versorgung einer älter werdenden Gesellschaft fördern will, dann kommt er an der IGiB und der agneszwei nicht vorbei.“

Deshalb begrüßen die IGiB-Partner die aktuellen Bestrebungen des Gesetzgebers, die medizinische Fachkraft auch in nicht unterversorgten Gebieten zuzulassen. Perspektivisch sollte jedoch eine bundesweite Umsetzung des agneszwei-Konzeptes erfolgen.

Weitere Informationen unter www.kvbb.de/igib/