Zweites Pilotprojekt startet in Cottbus / Bereitschaftspraxis in unmittelbarer Nachbarschaft zur Rettungsstelle des Carl-Thiem-Klinikums

Gemeinsame Pressemitteilung
KV Brandenburg, AOK Nordost, BARMER GEK und Carl-Thiem-Klinikum Cottbus

Als landesweit bislang zweites Projekt startet am 10. Dezember 2012 die neben der Zentrale Notaufnahme des Carl-Thiem-Klinikums (CTK) errichtete „KV RegioMed‐Bereitschaftspraxis“. Mit Öffnungszeiten von 8 bis 18 Uhr an den Wochenenden und Feiertagen wird sie künftig die medizinische Versorgung zu den Zeiten sicherstellen, in denen die Arztpraxen in der Regel nicht geöffnet haben. Auch unter der Woche hat die Bereitschaftspraxis Montag, Dienstag und Donnerstag von 18 bis 20 Uhr, Mittwoch und Freitag von 13 bis 18 Uhr geöffnet. Sie ergänzt den ärztlichen Bereitschaftsdienst in seiner bisherigen Form.

„Nach den guten Erfahrungen, die wir mit einer solchen Bereitschaftspraxis in Potsdam am St. Josefs-Krankenhaus sammeln konnten, gehen wir davon aus, dass dieses Projekt auch in Cottbus von den Einwohnern der Stadt und ihren Gästen sehr gut angenommen wird“, sagte der stellvertretende Vorsitzende der KV Brandenburg, Dr. Peter Noack. Mit dieser Bereitschaftspraxis bestehe die Möglichkeit, Patienten aufgrund akuter, aber nicht lebensbedrohlicher Erkrankungen auch außerhalb der üblichen Sprechstundenzeiten ambulant ärztlich zu behandeln. Positiv sei die zentrale Lage und gute Erreichbarkeit.

„Die Bereitschaftspraxis der KV Brandenburg wird dazu beitragen, die Arbeit der Ärzte und des Pflegepersonals in unserer Zentralen Notaufnahme zu entlasten“, stellte die Geschäftsführerin des CTK, Heidrun Grünewald fest. Deren erste Aufgabe sei es, Schwersterkrankte oder auch Unfallopfer optimal zu versorgen. Darauf könnten sie sich jetzt noch besser konzentrieren. „Aber diese neue Einrichtung ist auch ein weiterer Schritt zur engeren Verzahnung von stationärer und ambulanter medizinischer Versorgung, zur Zusammenarbeit von niedergelassenen und Krankenhausärzten, dem weitere folgen sollten“, so Grünewald.

Das zunächst auf sechs Monate angelegte Projekt werde nach der Pilotphase eingehend ausgewertet, so die Akteure; die KV Brandenburg (KVBB), die AOK Nordost, die BARMER GEK und das Carl-Thiem-Klinikum Cottbus. „Das Konzept einer „KV RegioMed‐Bereitschaftsdienstpraxis“ ist eines von mehreren neuen Versorgungsmodellen, mit denen die Partner der IGiB (Innovative Gesundheitsversorgung in Brandenburg) – die KVBB, AOK Nordost und BARMER GEK – gemeinsam neue und innovative Wege für eine verbesserte medizinische Versorgung in Brandenburg beschreiten“, sagte der Regionalgeschäftsführer der BARMER GEK, Stefan Faber.

Die AOK Nordost bewertet besonders positiv, dass angestrebt werde, zukünftig auch eine enge Verknüpfung mit dem kinderärztlichen Bereitschaftsdienst herzustellen. „Gerade junge Eltern benötigen auch in den Abendstunden eine Anlaufstelle, wenn ihr Kind gesundheitliche Probleme hat“, begrüßt Christian Traupe, Unternehmensbereichsleiter Versorgungsstrategie der AOK Nordost, diese Überlegung. Den Bedürfnissen gerade dieser Zielgruppe würde damit dann in Cottbus noch besser Rechnung getragen, so Traupe weiter.

Die Idee einer solchen Bereitschaftsdienstpraxis unmittelbar am Krankenhaus sei auch unter dem Aspekt der Vermeidung unnötiger Krankenhausbehandlungen interessant, da die stationäre Behandlung in der Regel teurer sei als im ambulanten Bereich.